Liebe Fans, den vierten Teil unserer Interview-Reihe übersenden wir euch von einem besonderen Ort und zwar aus unserem Trainingslager in Neunkirchen. Heute stellt sich Uli Feldheiser, unser neuer Trainer der ersten Mannschaft, den Fragen der Redaktion. Ein neues Gesicht im Kreise der SG, welches wir euch mit diesem Interview auch ein bisschen näher bringen möchten.

Hallo Uli,

nochmal ein herzliches Willkommen in der SG! Bevor wir zur Vorbereitung, der ersten Pokalrunde und den anstehenden Aufgaben kommen, würde mich zunächst interessieren, wie dein Kontakt zur SG zustande kam. Warum hast du dich für diesen Job entschieden und was reizt dich besonders an der neuen Aufgabe?

Der Kontakt ist über Burkhard Schink entstanden. Wir kennen uns schon ein paar Jahre durch meine Zeit im JFV Rhein-Hunsrück. Das war bereits im März als ich die damalige U17 bei der Futsal-Rheinlandmeisterschaft unterstützt habe. Burkhard hat mir zwischen den Spielen erzählt, dass die SG auf der Suche nach einem neuen Trainer sei. Dabei hat er mein Interesse geweckt. Im nächsten Schritt haben wir ein paar Mal telefoniert und uns drei Wochen später zusammen mit Stefan Kneip bei Burkhard zu Hause getroffen. Zu der Zeit war ich noch in Gerolstein stationiert, hatte mich aber schon etwas über die SG informiert.
Beim ersten Treffen mit Stefan und Burkhard hat sich mein guter Eindruck dann bestätigt. Wir hatten ein super Gespräch über Vereinsstrukturen, die Jugend, den Kader, Trainingsmöglichkeiten und Dinge die mir wichtig sind. Das und die Chemie zu Stefan und Burkhard haben eben gepasst. Beeindruckt hat mich auch, dass der Verein so aktiv ist und neben einer ganzen Reihe junger Spieler auch einen jungen Vorstand hat. Nörtershausen-Udenhausen und auch Oppenhausen sind noch so richtige Fußballdörfer die es immer wieder schaffen viele Unterstützer zu Motivieren.

 


Für welche Art Fußball stehst du und welche Werte sind dir besonders wichtig?

Ich habe Glück, dass ich auf die jahrelange, gute Arbeit von Toni Kuhn zurückgreifen kann! Die meisten Spieler sind bereits gut ausgebildet, haben zum Teil schon in der A-Jgd Rheinlandliga gespielt und verstehen schnell wie ich mit Ihnen spielen will. Das ist klar der Verdienst von Toni. Ich will das Fußball gespielt wird. Ständig lange Bälle nach vorne hauen ist nicht mein Ding. Ein gepflegter Spielaufbau und das Spiel über die Flügel ohne langes Ballhalten, aber auch der Mut zum 1:1 in Tornähe sind so ein paar Sachen die ich sicher noch Stundenlang ausführen könnte. Es geht um Entwicklung, dabei hat es mir sehr geholfen, dass ich die letzten acht Jahre beim JFV tätig sein konnte und die Möglichkeit bekam viele Altersklassen von der Bezirksliga bis zur Regionalliga zu trainieren. Eine sehr schöne Zeit mit vielen Erfahrungen die einem auch nicht mehr aus dem Kopf gehen. Danke an diese Stelle auch an die Verantwortlichen des JFV, dem ich auch weiterhin freundschaftlich verbunden bleibe und die Daumen drücke!
Fußball ist ein Mannschaftssport und von daher sind meine Werte auch geprägt, auch hier hat Toni und der Vorstand schon wertvolle Vorarbeit geleistet. Teamgeist, Wille, Leidenschaft und die Identifikation mit dem Verein sind für mich Werte die gelebt werden müssen.

 


Wie waren deine ersten Wochen mit dem neuen Umfeld für dich persönlich?

Hervorragend! Viele engagierte Unterstützer in beiden Vereinen, neben Burkhard und Stefan möchte ich auch gerne Sven (Schoppens) Schneider, Heinz Roos, seine Lebensgefährtin Helga, Manni, Vater Roos, Jochen Liesenfeld, Doro Sonne, Markus Kneip, Bianca Schink nennen und mich schon mal für die vielfältige Unterstützung bedanken. Auch das Trainerteam der „Zweiten“, mit dir an der Spitze, hat es mir bisher leicht gemacht bei der SG anzukommen. Überall wird mit hohem Aufwand gute Arbeit geleistet.

 


Du kanntest die Mannschaft bereits aus verschiedenen Spielbeobachtungen in der letzten Saison. Welchen Eindruck hast du jetzt nach fünf Wochen Zusammenarbeit und wie lief die Saisonvorbereitung?

Viele Spiele konnte ich mir ja nicht anschauen, da ich ja meist am gleichen Tag mit der A-Jgd in der Regionalliga unterwegs war. Aber was ich gesehen habe war schon gut, gelebter Teamgeist und offensiver Fußball haben sicher den Ausschlag für die gute Platzierung in der ersten Saison in der A-Klasse gesorgt.
Die Spieler beider Mannschaften nehmen das Training gut an und hauen sich voll rein, auch wenn es mal anstrengend wird oder ich neue Dinge machen lasse oder sehr pedantisch auf die korrekte Ausführung bestehe. Auch das gemeinsame Athletiktraining mit Stefan Theis machen alle gerne. Es ist ein Gewöhnungsprozess für beide Seiten, Spieler wie Trainer. Ich habe aber den Eindruck, dass wir uns schon ganz gut verstehen und die letzten Wochen auch schon einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Ich sehe auch Potential bei einigen Spielern die sich jetzt noch selbst eher bei der Zweiten Mannschaft sehen.
Etwas schade finde ich, dass sich die Urlaubsphase von Juni bis Oktober streckt und im Dezember schon wieder bis Mai andauert……Bleibt ja wenigstens der November….. (lacht)

 


Welche Ziele hast du dir für die kommende Saison mit dem Team gesetzt?

Neue Spielsysteme etablieren, neue Reize setzten, Teamgeist unter allen Spielern und Trainern der SG fördern. Spieler der „Zweiten“ hinzu gewinnen und integrieren, alle in Athletik, Koordination und taktisch etwas weiter bringen. Wenn Du nach dem Tabellenstand am Ende der Saison fragst, so soll es ein einstelliger Tabellenplatz werden. Alles Neue braucht Zeit.

 


Am Mittwochabend konntest du in Oberwesel in der ersten Pokalrunde mit den Jungs euren ersten Pflichtspielsieg feiern. Was nehmt ihr aus der Partie mit, welche Schlüsse ziehst du aus diesem Spiel und wo stecken aus deiner Sicht noch Verbesserungspotenziale?

Der Erfolg im Pokal war natürlich wichtig, nachdem die Vorbereitungsspiele ja nicht immer so optimal gelaufen sind. Es hat den Spielern gezeigt, dass ein neues Spielsystem funktionieren kann, wenn sich alle an die Vorgaben halten. Wir haben 25-30 Minuten gebraucht um ins Spiel zu kommen. Dafür habe ich Verständnis, ich habe einige neue Ansätze im Spielaufbau trainiert, die nicht so einfach umzusetzen sind, da fehlt es oft noch an Mut den Ball auch so zu spielen oder das Timing in der Freilaufbewegung passt noch nicht so ganz. Dazu haben wir die letzten Wochen aufgrund von Verletzungen, Schichtdienst und Urlaubern sehr oft in unterschiedlichen Konstellationen trainiert und gespielt.

 


Was sagst du zur Möglichkeit eines solchen Trainingslagers, den Bedingungen hier und wie ist die Stimmung im Team?

Das ist wirklich überragend hier in Neunkirchen! Das Hotel Stumpf ist zurecht ein vier Sterne Haus mit allen Annehmlichkeiten die man sich wünschen kann! Aber auch die Trainingsmöglichkeiten auf den gepflegten Rasenplätzen vor Ort oder in Breitenbronn sind hervorragend!
Ich bin wirklich stolz auf alle Spieler, alle vier Trainingseinheiten sind sehr konzentriert und engagiert abgelaufen. Ein dickes Dankeschön an alle Helfer und Unterstützer hier vor Ort, ohne die das alles nicht möglich wäre!
Die Stimmung der ganzen Truppe ist sehr gut, was auch an dem tollen Ambiente und der großen Unterstützung der Betreuer und des SG Vorstandes liegt.

 


Werfen wir noch einen Blick auf die nächsten Spiele. Zum Auftakt müsst ihr auswärts bei der SG Niederburg ran. Nächste Woche Sonntag empfangt ihr dann Kirchberg II zum ersten Heimspiel. Wie schätzt du die ersten Aufgaben ein?

Auf dem Hartplatz in Biebernheim gegen den Absteiger Niederburg ist natürlich ein schwerer Brocken! Aber ich habe ein gutes Gefühl. Wir haben jetzt alles getan um uns gegen den Titelfavoriten gut aufzustellen, mehr konnten wir nicht machen. Heute wird die individuelle Tagesform eines jeden Einzelnen auf dem Platz entscheidend.
Über Kirchberg mache ich mir nach dem Spiel gegen Niederburg Gedanken. Freue mich aber jetzt schon auf das erste Heimspiel auf der tollen Anlage in Nörtershausen!

 


Das Interview mit Uli Feldheiser führte Tobi Metzen.